Heeslingen. Wie kann Kirche sich verändern, wenn Mitgliederzahlen sinken und finanzielle Spielräume kleiner werden? Als Impuls für kommende Überlegungen in Gemeinden und Gremien hat Superintendent Carsten Stock auf der Synodentagung des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven am 9. September in Heeslingen für eine grundlegende geistliche Erneuerung geworben. Sein Leitgedanke: Die Zukunft der Kirche entscheidet sich wesentlich dort, wo Menschen ihren Glauben miteinander leben und durch Wort und Tat teilen. Dafür brauche es mehr als neue Strukturen.
Carsten Stock zeichnete ein kritisches Bild der kirchlichen Transformationsprogramme. Nach seinem Eindruck dienten sie häufig dazu, das bestehende System mit weniger Geld und Personal auf immer größeren Flächen zu erhalten. Dabei drohe verloren zu gehen, was Kirche ausmache: ihre Präsenz vor Ort und die Nähe zu den Menschen. Den bisherigen Zustand bewahren wolle er ausdrücklich nicht. „Wir brauchen eine grundlegende Veränderung!“
Den Handlungsdruck verdeutlichte er mit Zahlen aus dem Kirchenkreis. Die Zahl der Taufen lag 2025 nur noch bei 58 Prozent des Wertes von 2016, die Zahl der Konfirmierten hat sich seit 2015 mehr als halbiert. Im vergangenen Jahr traten 787 Menschen aus der Kirche aus. Zugleich rechnet die Landeskirche nach Stocks Bericht damit, 2035 über mehr als 30 Prozent weniger Finanzkraft zu verfügen als heute.