Kalenderblatt vom 20. Oktober 2017

Losung

Gott schuf sie als Mann und Frau und segnete sie und gab ihnen den Namen »Mensch«.

1.Mose 5,2

Lehrtext

Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.

Römer 12,10

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 15. Oktober 2017 bis Samstag, 21. Oktober 2017

Wochenspruch

Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe. (1. Joh 4, 21)

Feiertag

18. Sonntag nach Trinitatis

Erklärung

Der 18. Sonntag nach Trinitatis ist bestimmt vom Evangelium über das „höchste Gebot“, das sowohl von der Gottesliebe als auch der Nächstenliebe redet. Dies gibt Gelegenheit, über das Verhältnis der Christen zum jüdischen Volk nachzudenken, denn dieses höchste Gebot stammt in seiner zweifachen Ausrichtung vollständig aus der jüdischen Tradition. Allerdings haben die anderen Texte nicht immer das „höchste Gebot“ im Sinn, sondern reden auch von der Nachfolge im Allgemeinen. 

Thema

Das höchste Gebot

Mk 10,17-27

17 Und als er hinausging auf den Weg, lief einer herbei, kniete vor ihm nieder und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?

18 Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als der eine Gott.

19 Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemanden berauben; du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.«

20 Er aber sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf.

21 Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!

22 Er aber wurde betrübt über das Wort und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter.

23 Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen!

24 Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte. Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Liebe Kinder, wie schwer ist's, ins Reich Gottes zu kommen!

25 Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.

26 Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander: Wer kann dann selig werden?

27 Jesus sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist's unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.

Andacht der Woche

Ich bin sein „Pata“, so nennt er mich als Pastor. Er kann nicht ganz so deutlich sprechen wie andere, auch das Lesen und Schreiben fällt ihm schwer. Deshalb besucht er auch eine andere Schule. Aber beim Konfirmandenunterricht ist er immer mit allen anderen Mädchen und Jungs aus unserer Gemeinde dabei gewesen.

Das hat ihm vor allem seine Cousine ermöglicht, die im Unterricht immer neben ihm gesessen hat und ihn unterstütze, wenn es irgendwelche Aufgaben zu erledigen galt.

So manches Mal habe ich überlegt, ob ich ihm wohl wirklich gerecht werde mit meinem Unterricht. Nimmt er da wirklich genug für sich mit? Kommt er eigentlich in seinem eigenen Glauben weiter, wenn ich mit den anderen über den Glauben diskutiere? Er hält sich in solchen Gesprächen eher zurück und hört zu. Was glaubt er eigentlich?

Dass er sich an Jesus kräftig festhält, das hat er mir dann auf seine eigene Art gezeigt. Bei unserer Konfirmandenfreizeit vor ein paar Monaten nahm er mich einmal zur Seite, sagte „Pata“ zu mir und griff in seine Hosentasche. Daraus zog er ein kleines Kreuz hervor. Solche hatten wir einmal im Gottesdienst verschenkt.

Seine Cousine übersetzte mir dann, was er mir über dieses Kreuz sagen wollte und erklärte mir, dass er es sehr gerne bei sich trägt und es nachts sogar neben sein Kopfkissen legt. Darum habe er es auch bei der Freizeit einfach nicht zu Hause lassen wollen, sondern mitgebracht.

Nach den Osterferien ging es dann darum, die Konfirmation vorzubereiten. Mit der Gruppe haben wir das Glaubensbekenntnis geübt: Denn die Liturgie sieht es so vor, dass alle, die sich konfirmieren lassen wollen, in dem Festgottesdienst vor der ganzen Gemeinde ihr Glaubensbekenntnis ablegen.

Und dann staunte ich bei der Konfirmation, dass auch seine Lippen immer wieder ein Stückchen mitgingen im Text.

Aber noch auf ganz andere Weise konnte ich deutlich erkennen, dass und wie er sich zu seinem Glauben bekennt und an Jesus festhält. Er zwinkerte mir zu und zog sein Holzkreuz aus der Hosentasche, und daran hielt er sich fest.

Pastor Rainer Müller-Jödicke

Die Andacht bezieht sich in dieser Woche nicht auf den Predigttext.

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Grün - Bild von Erich Grün

Grün als Farbe der erwachenden und lebenden Natur bestimmt die Sonntage nach Epiphanias bis zur Passionszeit und die Sonntage nach Trinitatis.

Bild: Sammlung Erich Grün                 

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Quelle Losungen: Herrnhuter Losungen Losungen

Moment Mal

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autor: Michael Thiel

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Morgenandacht

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Gottesdienst bewegt, sagt Melanie Kirschstein. Wer betet, gibt seiner Seele Raum und öffnet das Herz für den Gedanken, dass es mehr gibt als wir machen können.

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Wochenlied

Herzlich lieb hab ich dich, o Herr (EG 397) und In Gottes Namen fang ich an (EG 494)